Offene Moorfläche mit jungen Föhren und Birken im Bürmooser Moor
Natur- und Europaschutzgebiet Bürmooser Moor

Wir geben dem Moor seine Zeit zurück.

Zweihundert Jahre lang wurde hier Torf gestochen. Seit 1983 arbeiten wir daran, dass daraus wieder Moor wird – Millimeter für Millimeter, Jahr für Jahr, ehrenamtlich.

244 haMoorfläche
635Mitglieder
73 000Stunden seit 1983
18Stationen am Weg
Was der Verein tut

Ein Moor kommt nicht von allein zurück. Es braucht Wasser in der Fläche — und Leute, die dafür sorgen.

Der Verein betreut 105 Hektar Moor- und Waldfläche der Gemeinde Bürmoos, nach einem Moor-Management- und einem Wald-Fachplan. Wir stauen Gräben auf, damit das Regenwasser bleibt, entfernen aufkommende Gehölze, mähen die Streuwiesen spät und bringen das Mähgut hinaus.

Rund 65 unserer 635 Mitglieder sind regelmäßig im Moor unterwegs. So kommen jedes Jahr rund 2.500 Stunden zusammen — ehrenamtlich, seit 1983.

Wie ein Moor funktioniert → Den Verein kennenlernen →

Zwei Vereinsmitglieder verteilen Hackschnitzel vom Anhänger auf dem Moorerlebnisweg
Februar 2025: Bei Frost trägt der Boden. Die Nassstellen am Moorerlebnisweg werden mit Schotter ausgebessert, darüber kommen Hackschnitzel.
Rodinger Winkel · 1985 und heute

Aus einer Wüste
wird wieder Moor.

Nach dem Ende des Frästorfabbaus im Jahr 2000 blieb eine wüstenähnliche Fläche zurück – teilweise bis auf den Lehmuntergrund abgetragen. Ziehen Sie den Regler, um zu sehen, was vierzig Jahre Wiedervernässung bewirken.

Luftbild des abgetorften Rodinger Winkels Luftbild des renaturierten Rodinger Winkels heute Nach dem Abbau Heute

Links: Luftbild aus der Zeit des Frästorfabbaus. Rechts: der Rodinger Winkel heute, nach Grabenaufstau und natürlicher Wiederbesiedlung.

Im Jahreslauf

Vier Jahreszeiten,
vier Aufgaben.

Moorpflege richtet sich nicht nach dem Kalender, sondern nach Wasserstand, Frost und Blütezeit. Was wann ansteht — und wann sich ein Besuch besonders lohnt.

FrühlingMärz bis Mai
  • Am Josefitag, dem 19. März, begann früher das Torfstechen — vorher war der Boden gefroren. Der Verein hält die Tradition am Schautorfstich lebendig.
  • Die Amphibien wandern zu den Laichgewässern. Frösche, Kröten und Molche sind unterwegs.
  • Ende Mai blühen Schwertlilien, Wollgras und seltene Knabenkräuter — die eindrucksvollste Zeit für eine Moorwanderung.
  • Der Verein beteiligt sich an der Ortssäuberung der Gemeinde und hängt Fledermauskästen auf.
SommerJuni bis August
  • Falter und Libellen über den Streuwiesen: Kaisermantel, Distelfalter, Admiral, Schwalbenschwanz.
  • Mehrere Einsätze gegen das Drüsige Springkraut, einen eingewanderten Neophyten. Dort, wo seit Jahren regelmäßig gearbeitet wird, geht der Bewuchs spürbar zurück.
  • Die Besenheide färbt die Moorränder violett und ist eine wichtige späte Nektarquelle.
  • Ende August der Tag der Natur mit Rundfahrten der Bockerlbahn und naturkundlicher Führung.
HerbstSeptember bis November
  • Späte Mahd der Streuwiesen — und vor allem: das Mähgut wird abtransportiert. Nur so bleiben die Flächen mager und artenreich.
  • Baggerarbeiten bei trockenem Boden: Tümpel werden entschlammt, neue Flachgewässer angelegt.
  • Gehölzpflege, Freischneiden der Wege und Instandhaltung der Schautafeln.
  • Im Spätherbst die Jahreshauptversammlung mit Tätigkeits- und Kassabericht.
WinterDezember bis Februar
  • Frost macht die nassen Flächen tragfähig — dann geht Arbeit, die sonst unmöglich ist.
  • Im Jänner 2026 zum ersten Mal seit 2009: 102 Stunden Einsatz auf dem Eis, Schilfmahd und Entschlammung.
  • Das geschnittene Schilf wird an den Ufern aufgeschlichtet. In den Haufen entsteht Verrottungswärme — Brutplätze für Ringelnattern.
  • Rückschnitt der Kopfweiden, Reparatur von Geräten und Moorraupe.
Besenheide im Raureif. Der Winter ist im Moor keine Pause, sondern die einzige Zeit, in der der gefrorene Boden schweres Gerät trägt — im Jänner 2026 zum ersten Mal seit 2009 wieder.
Ein Millimeter im Jahr

Das Moor braucht Zeit. Wir haben sie.

Für zwölf Euro im Jahr werden Sie Teil einer Arbeit, die in Jahrzehnten gerechnet wird – und die schon heute sichtbar ist.