
Wir geben dem Moor seine Zeit zurück.
Zweihundert Jahre lang wurde hier Torf gestochen. Seit 1983 arbeiten wir daran, dass daraus wieder Moor wird – Millimeter für Millimeter, Jahr für Jahr, ehrenamtlich.
Ein Moor wächst etwa einen Millimeter im Jahr. Was der Bagger in einer Stunde abträgt, hat die Natur in Jahrhunderten aufgebaut.
Das Bürmooser Moor umfasst rund 244 Hektar, gespeist allein durch Regenwasser — 64 Hektar davon stehen als Natur- und Europaschutzgebiet unter Schutz. Unter sauren, sauerstoffarmen Bedingungen zersetzt sich pflanzliches Material kaum – es wird zu Torf. Diese Schicht speichert Wasser, hält den Boden sauer und konserviert alles, was hineinfällt: Pollen, Hölzer, manchmal ganze Fundstücke.
Genau diese Eigenschaft machte das Moor zum Rohstofflager. Ab 1802 urkundlich belegt, ab 1872 industriell: Torf befeuerte die Glashütte und die Ziegelöfen von Bürmoos. Die Entwässerung, die den Abbau erst möglich machte, hat den Wasserhaushalt der gesamten Region verändert.
Seit 1983 arbeiten wir an der Umkehr. Wir stauen Gräben auf, entfernen aufkommende Gehölze, mähen Streuwiesen spät und lassen Totholz liegen. Der Rest ist Geduld.

Aus einer Wüste
wird wieder Moor.
Nach dem Ende des Frästorfabbaus im Jahr 2000 blieb eine wüstenähnliche Fläche zurück – teilweise bis auf den Lehmuntergrund abgetragen. Ziehen Sie den Regler, um zu sehen, was vierzig Jahre Wiedervernässung bewirken.
Nach dem Abbau
Heute
Links: Luftbild aus der Zeit des Frästorfabbaus. Rechts: der Rodinger Winkel heute, nach Grabenaufstau und natürlicher Wiederbesiedlung.
Das Moor
in sechs Kapiteln.
Ökosystem, Artenvielfalt, Industriegeschichte und die Menschen, die daraus wieder Moor machen.
Das Ökosystem
Warum ein Hochmoor Jahrtausende braucht und was Torf mit dem Klima zu tun hat.
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Flora & Fauna
Sonnentau, Rohrdommel, Kammmolch: die artenreichste Gemeinde Österreichs.
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Moorerlebnisweg
18 Stationen auf fünf Kilometern durch Moorwald, Torfstiche und Streuwiesen.
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Geschichte
Von der ersten Erwähnung 1802 über 600 Torfstecher bis zum Schutzgebiet.
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Die Bockerlbahn
Die Schmalspurbahn, die den Torf zu den Öfen brachte — heute Industriedenkmal.
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Der Verein
635 Mitglieder, 105 Hektar Betreuung, rund 2.500 ehrenamtliche Stunden im Jahr.
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Vier Jahreszeiten,
vier Aufgaben.
Moorpflege richtet sich nicht nach dem Kalender, sondern nach Wasserstand, Frost und Blütezeit. Was wann ansteht — und wann sich ein Besuch besonders lohnt.
- Am Josefitag, dem 19. März, begann früher das Torfstechen — vorher war der Boden gefroren. Der Verein hält die Tradition am Schautorfstich lebendig.
- Die Amphibien wandern zu den Laichgewässern. Frösche, Kröten und Molche sind unterwegs.
- Ende Mai blühen Schwertlilien, Wollgras und seltene Knabenkräuter — die eindrucksvollste Zeit für eine Moorwanderung.
- Der Verein beteiligt sich an der Ortssäuberung der Gemeinde und hängt Fledermauskästen auf.
- Falter und Libellen über den Streuwiesen: Kaisermantel, Distelfalter, Admiral, Schwalbenschwanz.
- Mehrere Einsätze gegen das Drüsige Springkraut, einen eingewanderten Neophyten. Dort, wo seit Jahren regelmäßig gearbeitet wird, geht der Bewuchs spürbar zurück.
- Die Besenheide färbt die Moorränder violett und ist eine wichtige späte Nektarquelle.
- Ende August der Tag der Natur mit Rundfahrten der Bockerlbahn und naturkundlicher Führung.
- Späte Mahd der Streuwiesen — und vor allem: das Mähgut wird abtransportiert. Nur so bleiben die Flächen mager und artenreich.
- Baggerarbeiten bei trockenem Boden: Tümpel werden entschlammt, neue Flachgewässer angelegt.
- Gehölzpflege, Freischneiden der Wege und Instandhaltung der Schautafeln.
- Im Spätherbst die Jahreshauptversammlung mit Tätigkeits- und Kassabericht.
- Frost macht die nassen Flächen tragfähig — dann geht Arbeit, die sonst unmöglich ist.
- Im Jänner 2026 zum ersten Mal seit 2009: 102 Stunden Einsatz auf dem Eis, Schilfmahd und Entschlammung.
- Das geschnittene Schilf wird an den Ufern aufgeschlichtet. In den Haufen entsteht Verrottungswärme — Brutplätze für Ringelnattern.
- Rückschnitt der Kopfweiden, Reparatur von Geräten und Moorraupe.
Aktuelles
aus dem Moor.
Was im Moor passiert, passiert langsam. Was der Verein tut, passiert das ganze Jahr.

Tag der Natur 2026 – Bockerlbahn
Am Sonntag, 30. August 2026, ist es wieder so weit: Unsere beliebte Bockerlbahn dreht wieder ihre Runden durch die einzigartige Natur des Bürmooser Moores. Wir laden Groß und Klein herzlich …
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Moorwanderung
Am Samstag, den 30. Mai 2026, lädt der Torferneuerungsverein zur Moorwanderung mit einer naturkundlichen Führung ins Bürmooser Moor ein. Treffpunkt ist um 9.30 Uhr bei der Schutzhütte des Torferneuerungsvereins.
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Zeitreise durchs Bürmooser Moor
Mit großer Freude dürfen wir berichten, dass das Bürmooser Moor und die Arbeit unseres Vereins in der aktuellen Sonderbeilage „Biken und Wandern“ der Süddeutsche Zeitung vorgestellt wurden.
WeiterlesenDas Moor braucht Zeit. Wir haben sie.
Für zwölf Euro im Jahr werden Sie Teil einer Arbeit, die in Jahrzehnten gerechnet wird – und die schon heute sichtbar ist.
