30. AugustSonntag Tag der Natur 2026 · Bockerlbahn Bockerlbahn, naturkundliche Führung und Verpflegung bei der Vereinshütte — 11 bis 17 Uhr, Eintritt frei Mehr dazu
Offene Moorfläche mit jungen Föhren und Birken im Bürmooser Moor
Natur- und Europaschutzgebiet Bürmooser Moor

Wir geben dem Moor seine Zeit zurück.

Zweihundert Jahre lang wurde hier Torf gestochen. Seit 1983 arbeiten wir daran, dass daraus wieder Moor wird – Millimeter für Millimeter, Jahr für Jahr, ehrenamtlich.

244 haMoorfläche
105 hain Betreuung
635Mitglieder
18Stationen am Weg
Ein Ökosystem in Zeitlupe

Ein Moor wächst etwa einen Millimeter im Jahr. Was der Bagger in einer Stunde abträgt, hat die Natur in Jahrhunderten aufgebaut.

Das Bürmooser Moor umfasst rund 244 Hektar, gespeist allein durch Regenwasser — 64 Hektar davon stehen als Natur- und Europaschutzgebiet unter Schutz. Unter sauren, sauerstoffarmen Bedingungen zersetzt sich pflanzliches Material kaum – es wird zu Torf. Diese Schicht speichert Wasser, hält den Boden sauer und konserviert alles, was hineinfällt: Pollen, Hölzer, manchmal ganze Fundstücke.

Genau diese Eigenschaft machte das Moor zum Rohstofflager. Ab 1802 urkundlich belegt, ab 1872 industriell: Torf befeuerte die Glashütte und die Ziegelöfen von Bürmoos. Die Entwässerung, die den Abbau erst möglich machte, hat den Wasserhaushalt der gesamten Region verändert.

Seit 1983 arbeiten wir an der Umkehr. Wir stauen Gräben auf, entfernen aufkommende Gehölze, mähen Streuwiesen spät und lassen Totholz liegen. Der Rest ist Geduld.

EU-Vogelschutzgebiet Natura 2000 FFH-Gebiet Kammmolch seit 2014
Torfmoospolster im Bürmooser Moor
Torfmoos speichert das Vielfache seines Eigengewichts an Wasser. Es ist der Baumeister des Moores.
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ehrenamtliche Arbeitsstunden seit 1983 – rund 2.500 kommen jedes Jahr dazu.
0Hektar
Moor- und Waldfläche der Gemeinde betreut der Verein nach Moor-Management- und Wald-Fachplan.
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Mitglieder, davon rund 65 aktiv bei Arbeitseinsätzen und in der Kulturarbeit.
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allein im Jänner 2026 auf dem Eis: die erste tragfähige Frostperiode seit 2009.
Rodinger Winkel · 1985 und heute

Aus einer Wüste
wird wieder Moor.

Nach dem Ende des Frästorfabbaus im Jahr 2000 blieb eine wüstenähnliche Fläche zurück – teilweise bis auf den Lehmuntergrund abgetragen. Ziehen Sie den Regler, um zu sehen, was vierzig Jahre Wiedervernässung bewirken.

Luftbild des abgetorften Rodinger Winkels Luftbild des renaturierten Rodinger Winkels heute Nach dem Abbau Heute

Links: Luftbild aus der Zeit des Frästorfabbaus. Rechts: der Rodinger Winkel heute, nach Grabenaufstau und natürlicher Wiederbesiedlung.

Im Jahreslauf

Vier Jahreszeiten,
vier Aufgaben.

Moorpflege richtet sich nicht nach dem Kalender, sondern nach Wasserstand, Frost und Blütezeit. Was wann ansteht — und wann sich ein Besuch besonders lohnt.

FrühlingMärz bis Mai
  • Am Josefitag, dem 19. März, begann früher das Torfstechen — vorher war der Boden gefroren. Der Verein hält die Tradition am Schautorfstich lebendig.
  • Die Amphibien wandern zu den Laichgewässern. Frösche, Kröten und Molche sind unterwegs.
  • Ende Mai blühen Schwertlilien, Wollgras und seltene Knabenkräuter — die eindrucksvollste Zeit für eine Moorwanderung.
  • Der Verein beteiligt sich an der Ortssäuberung der Gemeinde und hängt Fledermauskästen auf.
SommerJuni bis August
  • Falter und Libellen über den Streuwiesen: Kaisermantel, Distelfalter, Admiral, Schwalbenschwanz.
  • Mehrere Einsätze gegen das Drüsige Springkraut, einen eingewanderten Neophyten. Dort, wo seit Jahren regelmäßig gearbeitet wird, geht der Bewuchs spürbar zurück.
  • Die Besenheide färbt die Moorränder violett und ist eine wichtige späte Nektarquelle.
  • Ende August der Tag der Natur mit Rundfahrten der Bockerlbahn und naturkundlicher Führung.
HerbstSeptember bis November
  • Späte Mahd der Streuwiesen — und vor allem: das Mähgut wird abtransportiert. Nur so bleiben die Flächen mager und artenreich.
  • Baggerarbeiten bei trockenem Boden: Tümpel werden entschlammt, neue Flachgewässer angelegt.
  • Gehölzpflege, Freischneiden der Wege und Instandhaltung der Schautafeln.
  • Im Spätherbst die Jahreshauptversammlung mit Tätigkeits- und Kassabericht.
WinterDezember bis Februar
  • Frost macht die nassen Flächen tragfähig — dann geht Arbeit, die sonst unmöglich ist.
  • Im Jänner 2026 zum ersten Mal seit 2009: 102 Stunden Einsatz auf dem Eis, Schilfmahd und Entschlammung.
  • Das geschnittene Schilf wird an den Ufern aufgeschlichtet. In den Haufen entsteht Verrottungswärme — Brutplätze für Ringelnattern.
  • Rückschnitt der Kopfweiden, Reparatur von Geräten und Moorraupe.
Ein Millimeter im Jahr

Das Moor braucht Zeit. Wir haben sie.

Für zwölf Euro im Jahr werden Sie Teil einer Arbeit, die in Jahrzehnten gerechnet wird – und die schon heute sichtbar ist.