
Wir geben dem Moor seine Zeit zurück.
Zweihundert Jahre lang wurde hier Torf gestochen. Seit 1983 arbeiten wir daran, dass daraus wieder Moor wird – Millimeter für Millimeter, Jahr für Jahr, ehrenamtlich.
Ein Moor kommt nicht von allein zurück. Es braucht Wasser in der Fläche — und Leute, die dafür sorgen.
Der Verein betreut 105 Hektar Moor- und Waldfläche der Gemeinde Bürmoos, nach einem Moor-Management- und einem Wald-Fachplan. Wir stauen Gräben auf, damit das Regenwasser bleibt, entfernen aufkommende Gehölze, mähen die Streuwiesen spät und bringen das Mähgut hinaus.
Rund 65 unserer 635 Mitglieder sind regelmäßig im Moor unterwegs. So kommen jedes Jahr rund 2.500 Stunden zusammen — ehrenamtlich, seit 1983.

Aus einer Wüste
wird wieder Moor.
Nach dem Ende des Frästorfabbaus im Jahr 2000 blieb eine wüstenähnliche Fläche zurück – teilweise bis auf den Lehmuntergrund abgetragen. Ziehen Sie den Regler, um zu sehen, was vierzig Jahre Wiedervernässung bewirken.
Nach dem Abbau
Heute
Links: Luftbild aus der Zeit des Frästorfabbaus. Rechts: der Rodinger Winkel heute, nach Grabenaufstau und natürlicher Wiederbesiedlung.
Vier Jahreszeiten,
vier Aufgaben.
Moorpflege richtet sich nicht nach dem Kalender, sondern nach Wasserstand, Frost und Blütezeit. Was wann ansteht — und wann sich ein Besuch besonders lohnt.
- Am Josefitag, dem 19. März, begann früher das Torfstechen — vorher war der Boden gefroren. Der Verein hält die Tradition am Schautorfstich lebendig.
- Die Amphibien wandern zu den Laichgewässern. Frösche, Kröten und Molche sind unterwegs.
- Ende Mai blühen Schwertlilien, Wollgras und seltene Knabenkräuter — die eindrucksvollste Zeit für eine Moorwanderung.
- Der Verein beteiligt sich an der Ortssäuberung der Gemeinde und hängt Fledermauskästen auf.
- Falter und Libellen über den Streuwiesen: Kaisermantel, Distelfalter, Admiral, Schwalbenschwanz.
- Mehrere Einsätze gegen das Drüsige Springkraut, einen eingewanderten Neophyten. Dort, wo seit Jahren regelmäßig gearbeitet wird, geht der Bewuchs spürbar zurück.
- Die Besenheide färbt die Moorränder violett und ist eine wichtige späte Nektarquelle.
- Ende August der Tag der Natur mit Rundfahrten der Bockerlbahn und naturkundlicher Führung.
- Späte Mahd der Streuwiesen — und vor allem: das Mähgut wird abtransportiert. Nur so bleiben die Flächen mager und artenreich.
- Baggerarbeiten bei trockenem Boden: Tümpel werden entschlammt, neue Flachgewässer angelegt.
- Gehölzpflege, Freischneiden der Wege und Instandhaltung der Schautafeln.
- Im Spätherbst die Jahreshauptversammlung mit Tätigkeits- und Kassabericht.
- Frost macht die nassen Flächen tragfähig — dann geht Arbeit, die sonst unmöglich ist.
- Im Jänner 2026 zum ersten Mal seit 2009: 102 Stunden Einsatz auf dem Eis, Schilfmahd und Entschlammung.
- Das geschnittene Schilf wird an den Ufern aufgeschlichtet. In den Haufen entsteht Verrottungswärme — Brutplätze für Ringelnattern.
- Rückschnitt der Kopfweiden, Reparatur von Geräten und Moorraupe.
Das Moor
in sechs Kapiteln.
Ökosystem, Artenvielfalt, Industriegeschichte und die Menschen, die daraus wieder Moor machen.
Das Ökosystem
Warum ein Hochmoor Jahrtausende braucht und was Torf mit dem Klima zu tun hat.
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Flora & Fauna
Sonnentau, Rohrdommel, Kammmolch: die artenreichste Gemeinde Österreichs.
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Moorerlebnisweg
18 Stationen auf fünf Kilometern durch Moorwald, Torfstiche und Streuwiesen.
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Geschichte
Von der ersten Erwähnung 1802 über 600 Torfstecher bis zum Schutzgebiet.
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Die Bockerlbahn
Die Schmalspurbahn, die den Torf zu den Öfen brachte — heute Industriedenkmal.
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Der Verein
635 Mitglieder, 105 Hektar Betreuung, rund 2.500 ehrenamtliche Stunden im Jahr.
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Aktuelles
aus dem Moor.
Was im Moor passiert, passiert langsam. Was der Verein tut, passiert das ganze Jahr.

Die Krickentenlacke im Rodingerwinkel ist fertig
An zwei Tagen hat der Verein im Rodingerwinkel ein neues Flachgewässer für Krickenten, Amphibien und Libellen angelegt. Bis zum Winter soll sich die Krickentenlacke mit Wasser füllen.
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Das Lambrechtmoos erholt sich Monat für Monat
Die neu angelegten Tümpel im Lambrechtmoos füllen sich wieder, Gelbbauchunke und Bekassine sind zu sehen, Springkraut und Goldruten sind fast verschwunden.
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Moorabenteuer für neun junge Entdecker
Neun Kinder erlebten bei einer MINT-Führung im Bürmooser Moor heimische Tiere, Amphibien, den Biberbau und eine Fahrt mit der Torfbahn.
WeiterlesenDas Moor braucht Zeit. Wir haben sie.
Für zwölf Euro im Jahr werden Sie Teil einer Arbeit, die in Jahrzehnten gerechnet wird – und die schon heute sichtbar ist.
